selbsthilfesein - erwarte mehr
„Vor 70 Jahren war das Wort SUCHT noch mit Scham, Schweigen und Ausgrenzung verbunden. 1956 wagten Karl Votteler und Paul Bleile mit ihren Frauen etwas, das damals beinahe revolutionär war. Nach ihrer Entlassung aus der Trinkerheilanstalt gründeten sie Gesprächsgruppen. Keine Institution. Kein Konzept von oben“, erinnerte Albert Rehm in seiner Ansprache am Jubiläumsabend und betonte, dass Angehörige ein wesentlicher Bestandteil dieser Geschichte sind. „Von Anfang an waren sie dabei, haben mitgetragen, mitgelitten, mitgehofft. Freundeskreise haben früh verstanden: Sucht betrifft nie nur eine Person. Sie betrifft Familien, Partnerschaften, Freundschaften. Dass Angehörige in unseren Gruppen ihren Platz haben, ist kein Zusatz, sondern ein Kern unserer Arbeit.“ Die Gemeinschaft der Freundeskreise sei aus einer Situation entstanden, in der Menschen allein nicht weiterkamen. „Dort, wo Sucht isoliert, haben Freundeskreise Gemeinschaft geschaffen“, so Albert Rehm weiter. Er ist einer von vielen, der weiß, „was es bedeutet am Boden zu liegen. Wir wissen, wie es sich anfühlt, sich selbst verloren zu haben. Und wir wissen, wie viel Mut und Kraft es braucht, aufzustehen. Manchmal zum ersten Mal, manchmal immer wieder.“